Schützenverein
Bremthal/Niederjosbach 1973 e.V.

Chronik des Vereins

Es begann am 21. März 1973, da traf sich in Wildsachsen im Restaurant " Rose " eine kleine Gruppe von 5 Personen, die fest entschlossen waren, einen Schützenverein im Eppsteiner Raum zu gründen. H. Josef Gerald Brand, seit 1959 Mitglied im Deutschen Schützenbund und von da an bis 1968 Mitglied im Verein Burgschütz, Oberpfalz, anschließend von 1968 bis 1971 Schützenmeister im Verein Burgschütz Wiesbaden, der auch von ihm gegründet wurde, brachte die besten Voraussetzungen mit, einen neuen Verein ins Leben zu rufen. Er wurde daher mit der Einberufung einer Gründungsversammlung beauftragt.

Die Gründungsversammlung fand am 1. Juni 1973 im Kolleg des Gasthauses " Zum Schützenhof ", heute " Hotel Schützenhof " statt. Zu dieser Versammlung waren zahlreiche Personen, darunter der Bürgermeister Bernhard Parian der Gemeinde Bremthal ( damals noch selbständige Gemeinde) und Paul Ickstadt vom Gemeindevorstand erschienen. J.G. Brand begrüßte die Anwesenden und gab zunächst einen Überblick über Tradition, Sitte und Brauchtum des Schützenwesens. Anschließend hielt der Bürgermeister eine kurze Begrüßungsansprache und wertete darin die Gründung des Vereins als ein positives Ereignis in der sportlichen Entwicklung der Gemeinde Bremthal. Von den erschienenen Personen erklärten sich 24 spontan zur Mitgliedschaft bereit. Diese wählten dann auch den nachfolgend aufgeführten ersten Vorstand des Schützenvereins Bremthal.

Josef Gerald Brand Bremthal 1. Schützenmeister
Wilhelm Diebel Eschborn 2. Schützenmeister
Kurt Goßmann Hofheim Schriftführer
Karl Heinz Christ Bremthal Schatzmeister
Eugenie Christ Bremthal Kassiererin
Reinhold Stieglitz Flörsheim Waffen- und Gerätewart
Horst Ernst Bremthal Schießwart
Margarete Webers Eschborn Beisitzerin
Friedrich Müller Bremthal Beisitzer
Karl Uhl Vockenhausen Beisitzer

Als Vereinslokal wurde der Gasthof " Zum Schützenhof " bestimmt. Der Wirt des Lokals stellte für die Ausübung des Schießsports seinen Saal zur Verfügung. Der Anfang war sehr primitiv, die Schützen bastelten sich 2 Gestelle mit Platten für 2 provisorische Schießstände, die bei jedem Schießen erst aufgestellt und dann wieder weggeräumt werden mußten. Das war sehr mühsam und unkomfortabel, daher suchte man nach einer geeigneten Lokalität zur Errichtung eines Schießstandes. Nachdem die beiden Gemeinden Bremthal und Niederjosbach zu der Gemeinde Bremthal zusammengeschlossen worden waren, ergaben sich im Untergeschoß der alten Schule von Niederjosbach geeignete Räumlichkeiten, die dann durch die Unterstützung des Bürgermeisters Bernhard Parian mit Zustimmung der Gemeindevertreter dem Schützenverein zur Nutzung übergeben wurden. Diese konnten von den Mitgliedern in vielen Arbeitsstunden, ohne großes Kapital, zu einem Schießstand mit 4 Ständen und einem Aufenthaltsraum hergerichtet werden. Am 10. Mai 1974 war es soweit, daß die Schießstände für den Luftgewehr- und Luftpistolenschießsport eingesetzt werden konnten. Am 29.Mai fand das erste Sportschießen statt. Fortan wurden auch die Vorstandssitzungen im Aufenthaltsraum des Vereins abgehalten. Als Schießabende wurde der Montag, Mittwoch und Freitag ausgewählt, der Montag wurde später wegen zu geringer Nutzung fallen gelassen. Da zu einem Vereinsleben zu der sportliche Komponente auch ein geselliger Teil gehört, wurde bereits 1973 eine Weihnachtsfeier und am 7.9.74 ein Grillabend veranstaltet. Den Spießbraten mit Faßbier gab es zum Preise von 8,50 DM, das Glas Apfelwein für 0,70 DM. An der nächsten Weihnachtsfeier am 7.12.1974 sollte es einen Schützenkönig geben, daher wurde ein Königsschießen ausgeschrieben und eine Königskette beschafft. Der erste Schützenkönig war Ernst Petersen. War das Schießen auch zunächst eine Domäne der Männer, so drangen doch nach und nach Frauen in das Terrain ein und so geschah es, daß 1980 mit Frau Ruth Rehder eine Frau Schützenkönigin wurde. Ihrem Beispiel folgten bis heute noch 4 Damen. Mit Zunahme der Jugendlichen stellte sich die Frage nach einem Jugendschützenkönig. Schließlich wurde eine Königskette für Jugendliche angeschafft und mit der erst 16jährigen Andrea Pordzik 1977 die erste Jugendschützenkönigin gekürt. Ihr folgte 1978 Andreas Bendel als erster Jugendschützenkönig. Das Königsschießen ist inzwischen zur Tradition geworden und findet jährlich statt. Es kann jeder daran teilnehmen, auch Nichtmitglieder. Und noch etwas ist zur Tradition geworden: das "Knoblauchen". Hier ließ der Schützenverein eine alte Schützentradition aufleben, die angeblich Schützengilden im 30jährigen Krieg eingeführt haben. Seit 1978 lädt der Verein einmal im Jahr zum "Knoblauchen" ein. Es gibt kerniges Bauernbrot mit unterschiedlichem Belag und viel rohem Knoblauch, genannt "Schützenbrot". Am 22 März 1975 erfolgte nach umfangreichen Baumaßnahmen in der alten Schule die Einweihung des Kindergartens im Erdgeschoß. Unser Nachbar war somit der Kindergarten. Das Gebäude erhielt von nun an den Namen Kita Niederjosbach.

Im Jahr 1975 nahm der Verein auch erstmals an den Rundenwettkämpfen teil. Eine LG- und eine LP-Mannschaft war aufgestellt worden. Es wurde Kontakt mit dem Schützenverein Nauborn bei Wetzlar aufgenommen und eine Fahrt vorbereitet. Diese fand unter großer Teilnahme der Mitglieder und deren Angehörigen am 8. Mai 76 statt. Seitdem besteht ein freundschaftliches Verhältnis zu dem Nauborner Verein, das sich durch immer wieder stattfindende gegenseitige Besuche bis heute erhalten hat. Im Jahr 1976 wurde ein weiterer Raum im Untergeschoß der Kita frei, es war der von dem TUS Niederjosbach bisher als Gymnastikraum genutzte Raum. Mit Unterstützung des Bürgermeisters Bernhard Parian beschloß der Gemeinderat Bremthal die Vergabe des Raumes an den Schützenverein Bremthal. Mit großem Arbeitseinsatz und mit großzügiger Unterstützung der Licher Bierbrauerei, richteten die Vereinsmitglieder den Raum zu einem ansehnlichen Clubraum her. Die Einweihung fand am 18.September 1976 statt. Der frühere Aufenthaltsraum wurde geteilt, die eine Hälfte erhielt der Kindergarten und die andere Hälfte der Schützenverein, der diesen Teil fortan als Lager nutzte. Zur Förderung der Popularität des Vereins führte 1976 Friedrich Müller das Vereinspokalschießen unter Nicht-Schützenvereinen ein. Zu dieser Veranstaltung wurden alle Vereine von Eppstein eingeladen. Die Resonanz war gut, 13 Vereine meldeten sich zum ersten Wettbewerb. Die Sieger der ersten drei Jahre: 1976 FWG Niederjosbach, 1977 Gesangverein Germania Bremthal, 1978 Tennisclub Bremthal. Bis 1985 wurde der bei den Vereinen beliebte Wettstreit durchgeführt. Bei der Mitgliederversammlung am 25.3 .1977 gab J.G.Brand sein Amt als Vorsitzender des Vereins aus gesundheitlichen Gründen ab. Neuer Vorsitzender wurde Friedrich Müller, Bremthal. J.G.Brand erhielt die Ehrenschützenmeisterwürde. Bürgermeister Bernhard Parian wurde auf Grund seiner besonderen Unterstützung des Vereins Ehrenmitglied. Nach 2 Jahren Vereinsführung legte auch Friedrich Müller an der Mitgliederversammlung im März 1979 überraschend sein Amt als 1. Vorsitzender nieder. Zum neuen 1. Vorsitzenden wurde Erhard Czich gewählt. Die Mitgliederzahl hat mit 79 Mitgliedern ihren Höchststand erreicht. Da in der Vergangenheit wiederholt im Gebäude eingebrochen wurde, entschloß sich der Verein einen schweren Panzerschrank anzuschaffen. Friedrich Müller machte in Mannheim einen kostengünstigen Panzerschrank ausfindig. Die Schützen machten sich an die Arbeit, schafften ihn bei und installierten ihn.

Um den Schießsport attraktiver zu gestalten erwog der Vorstand die Errichtung eines K.K.-Standes. Die Stadt Eppstein wurde bezüglich eines Grundstückes angeschrieben und unterbreitete auch einige Vorschläge. 4 Grundstücke wurden angeboten, darunter der Steinbruch am Bremthaler Quarzitwerk. Sie erwiesen sich alle als nicht realisierbar aus Gründen der Ortsnähe, des Tier- oder Landschaftsschutzes. Es zeigte sich zunehmend, daß nur ein sehr teures unterirdisches Bauwerk Aussicht auf Erfolg hätte, und so wurde dieses Vorhaben zunächst ad Acta gelegt und ein anderer Plan, die Errichtung einer Bogenschießanlage in Angriff genommen. Hier war die Situation günstiger. Die Stadt erteilte am 16.2.1982 ihre Zustimmung zur Nutzung der Sporthalle der Comeniusschule für den Bogenschießsport und stellte weiterhin ein 3.580 m² großes Freigelände unterhalb der Comeniusschule zur Verfügung. Genehmigungsprobleme gab es hier keine. Der Pachtvertrag wurde am 16.September 1983 von beiden Partnern unterschrieben. Von den Schützen wurde in dem an die Halle angrenzenden Raum ein Lagerraum für die Bogensportgeräte errichtet. In der von den Sportvereinen stark belegten Halle war Sonntag noch ein Termin von 9.00 Uhr bis 12.00 Uhr frei, der Bogen-Schießsport konnte beginnen. Der ungünstige Termin wurde später auf 14.00 Uhr bis 17.00 Uhr verlegt. Die Bogenschützen entwickelten sofort lebhafte Aktivität. Mit Hilfe des aus Belgien stammenden Bogenschützen Andre de Lannoy wurden Kontakte mit seiner Heimatstadt Beveren/Waas geknüpft und im August 1983 ein Ausflug zu dem in Belgien sehr beliebten Wippschießen unternommen. In dem Kleinen Schlößchen von Beveren/Waas bereitete uns der Bürgermeister der Stadt einen sehr herzlichen Empfang. Weiterhin nahm die Bogenmannschaft erfolgreich an Turnieren in Trier, Köln und Idstein teil. Ein wichtiges Jahr: 1983, 10-jähriges Jubiläum des Schützenvereins Bremthal. Der Verein richtete dieses Fest im Saal des Gasthofs "Zum grünen Tal" aus. Es war ein großer Erfolg. Unter den Gästen waren Vertreter der städtischen Gremien und der Eppsteiner Parteien, sowie Vertreter der örtlichen Vereine. Aus Nauborn war eine Abordnung des befreundeten Vereins erschienen. Die Gipsy-Band spielte zum Tanz. Eine Rock`n Roll-Gruppe aus Hofheim erfreute mit einer Tanzeinlage. Der Gesangverein Germania Bremthal und der Gußbacher Carneval Club brachten Gesangsdarbietungen. Für die freundliche Geste des GCC revanchierte sich der Verein 1984 durch Teilnahme an dem Fastnachtsumzug. Auch in den folgenden Jahren nahm der Schützenverein bis 1992 an den Umzügen teil. Im Jahr 1989 wurde die Bogenmannschaft aufgelöst. Der wöchentliche Sonntagstermin erwies sich auf Dauer unpraktikabel, ein anderer Termin in der Halle war nicht durchsetzbar. Das Bogenschießen im Freiland konnte das Hallenschießen nicht ersetzen. Das Bogenschießen erfolgte fortan nicht mehr wöchentlich, sondern nur noch nach Bedarf. Bei den Rundenkämpfen zeigte es sich immer wieder, daß die 4 Schießstände nicht ausreichend waren, die zeitliche Durchführung des Wettkampfs zog sich zu lang hin. So entstand der Plan, den neben dem Schießstand befindlichen Rohbauraum zu einem Schießstand auszubauen. Von Seiten der Stadt bestand bezüglich dieses Raumes Handlungsbedarf, da die Deckenplatte unter dem Eingang der Kita nachgegeben hatte. Der Schützenverein beantragte im Jahre 1989 den Ausbau dieses Raumes zu einem weiteren Schießsportraum, was auch von den Stadtverordneten genehmigt wurde und so entstand in gemeinsamer Anstrengung von Stadt und Verein ein weiterer Raum in der Kita mit zusätzlichen 3 Schießständen. Am 28.3.1992 erfolgte die Einweihung unter Teilnahme des Bürgermeisters Richard Hofmann, des Kreisschützenmeisters Herbert Gebert und weiterer Vorstandsmitglieder des Schützenkreises Main-Taunus: Georg Schneider und Josef Brandmeier. Mit insgesamt 7 Schießständen war jetzt der Verein gut ausgestattet.

Zurück zum Jahr 1991. Schwarza in Thüringen war Partnerstadt von Eppstein geworden, und da Schwarza auch einen Schützenverein hatte, lag es nahe, mit dem Verein Verbindung aufzunehmen. Es erfolgte im April ein Besuch, bei dem uns der Verein sein Domizil im alten Schloß in Schwarza vorstellte. Es erfolgten weitere Besuche und Gegenbesuche und so konnte die freundschaftliche Verbindung bis heute erhalten bleiben. Besonders erwähnenswert ist unser Besuch am 24.9.95 zu dem großen Fest anläßlich der 500-jährigen Stadtrechte von Schwarza, bei dem wir am Festzug teilnahmen. Schon lange strebte der Vorstand an, durch eine Vereinskleidung, dem Verein ein einheitliches Gepräge zu geben. Es fanden sich schließlich 16 Interessenten und so konnten Anfang 1993 die ersten Vereinsmitglieder mit der Vereinskleidung: grüner Sakko mit schwarzer Hose und grüner Krawatte, von der Fa. Kuhn eingekleidet werden. Das Jahr 94 war für die LP-Schützen erfolgreich, sie wurden Gruppensieger und rückten von der Grundklasse 4 in die Grundklasse 3 auf. 1995 erfolgte ein weiterer Aufstieg in die Grundklasse 2. Und diese Position hat die Mannschaft bis heute gehalten. Seit 1976 war außer den üblichen Instandhaltungsarbeiten mit Farbe und Pinsel und der Erneuerung von Gardinen, Sitzpolstern und Lampenschirmen, gespendet und erstellt von Vereinsmitgliedern, nichts wesentliches an dem Vereinsraum unternommen worden, der Zahn der Zeit hatte an Mobiliar und Theke genagt und der Fußboden war schon seit langem erneuerungsbedürftig. Der Schützenverein nahm mit der Krombacher Brauerei und dem Getränkelieferanten Wilhelm in Niedernhausen Verbindung auf und konnte über einen Vertrag die Finanzierung des neuen Mobiliars und der Theke sicherstellen. Die Installationsarbeiten, Anstricharbeiten und Fußbodenverlegearbeiten wurden in Selbsthilfe von den Vereinsmitgliedern in 780 Arbeitsstunden geleistet. Die Stadt Eppstein sorgte für die Erneuerung der Fenster. Die Einweihung erfolgte am 17.10.97 unter Teilnahme des Bürgermeisters Hofmann. Es war ein lang gehegter Wunsch der zahlreichen Niederjosbacher Mitglieder, den Namen Niederjosbach in den Vereinsnamen einzubinden, mit der Zustimmung des Amtsgerichts am 22.7.98 ging dieser in Erfüllung. Die Beschlußfassung zur Namensänderung war an der Mitgliederversammlung vom 27.3.98 erfolgt. Die Mitglieder hatten sich auf den neuen Namen "Schützenverein Bremthal/Niederjosbach 1973 e.V." geeinigt. Zufrieden können heute am 25-jährigen Jubiläum Mitglieder und Vorstand auf den Verein blicken: der Vereinsraum strahlt in neuem Glanz eine freundliche und angenehme Atmosphäre aus, was bei den Mitgliedern, Gästen und Vertretern der Stadt besonderen Anklang und Anerkennung findet. Zusammen mit den in gutem Zustand befindlichen 7 Schießständen verfügt der Schützenverein über eine gute Basis, das Vereinsleben auch in Zukunft sowohl in sportlicher als auch geselliger Weise lebendig zu erhalten.

Eppstein, 28. August 1998 E. Czich


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